Mittwoch, 6. Dezember 2023

Sport während der Schwangerschaft – Gesundheit für Mutter und Kind

Während der Schwangerschaft passieren im weiblichen Körper zahlreiche Veränderungen auf hormoneller und struktureller Ebene sowie im Herz-Kreislauf-System. Inmitten dieses faszinierenden Prozesses ist es wichtig zu betonen, dass Sport eine wertvolle Ressource darstellen kann, um den Körper der werdenden Mutter zu unterstützen und optimal auf die Geburt vorzubereiten.

Durch regelmäßiges Training während der Schwangerschaft verbessert sich die Funktion des Herz-Kreislauf- sowie des Atmungssystems der werdenden Mutter. Ausserdem kann Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes präventiv entgegengewirkt werden. Besonders das gezielte Training des Beckenbodens spielt eine entscheidende Rolle.

Die nachfolgende Abbildung von Swiss Olympic zeigt einen spezifischen Übungsablauf für das Training der Beckenbodenmuskulatur.

Swiss Olympics. 2020. Infografik Beckenboden. https://www.swissolympic.ch/dam/jcr:7b4aa3fd-a2e9-4662-9723-582e3e43f936/Beckenboden_DE_Web.pdf.

Der steigende Druck nach unten und die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft machen das betreffende Gewebe zunehmend weicher. Durch korrektes Training können potenzielle Folgeprobleme, wie Inkontinenz oder Sexualfunktionsstörungen, vermieden werden. Die positiven Auswirkungen von Sport in der Schwangerschaft gehen über die rein körperliche Gesundheit hinaus. Studien zeigen, dass Menschen, die sich regelmässig bewegen, besser schlafen und weniger unter Depressionen, Stress und Ängsten leiden. Nicht zuletzt profitiert auch der heranwachsende Fötus vom Training der Mutter. Der Ruhepuls und das Körperfett der Nachkommen von aktiven Frauen sind reduziert, während die Funktion der Plazenta verbessert ist. Zudem profitiert der Fötus von einer optimierten Fruchtwasserbildung und einer insgesamt erhöhten Stressresistenz. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich Komplikationen während der Geburt reduzieren und die Regenerationszeit nach der Entbindung verkürzt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allen Schwangeren mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche. Dabei sollte das Training stetig an die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Symptome angepasst werden. Frauen, die vor der Schwangerschaft bereits sportlich aktiv waren, können ihr Training in der Regel mit hohen Intensitäten fortsetzen. Wichtig ist dabei, auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr zu achten, denn nun muss die werdende Mutter nicht nur sich selbst, sondern auch den heranwachsenden Nachwuchs ernähren.

Swiss Olympics. 2020. Infografik Training Schwangerschaft. https://www.swissolympic.ch/dam/jcr:00f68733-ec24-47f3-9882-31dd966c514e/SwissOlympic-FS_SS+F_Training-Schwangerschaft-de.pdf.

Trotz der positiven Effekte von Sport während der Schwangerschaft gibt es einige Sicherheitsrichtlinien zu beachten. Die Körpertemperatur sollte während des Trainings unter 38 Grad Celsius bleiben, und die Herzfrequenz sollte 148 Schläge pro Minute nicht überschreiten. Die optimale Trainingsdauer liegt zwischen 30 und 60 Minuten, wobei isolierte Bauchübungen sowie extreme Sprünge vermieden werden sollten. Vaginale und abdominale Blutungen, Austritt von Fruchtwasser, Atemnot vor der Belastung sowie Schmerzen gelten als Abbruchkriterien.

Für sämtliche Anliegen oder Unterstützungsbedarf im Bereich Training oder therapeutischer Maßnahmen sind wir gerne für dich da. Zögere nicht, mit uns in Kontakt zu treten – wir stehen dir gerne zur Seite, um dich bestmöglich auf diesem facettenreichen Weg während der Schwangerschaft oder in der postnatalen Phase zu unterstützen.